30.8.2026
Senioren
Meisterschaft
von Theo R.

Lektion zum Auftakt

Frechen 20 - TuS Zülpich 4:0

Die 1. Mannschaft ist mit einer 0:4-Auftaktniederlage in die Mittelrheinligasaison gestartet.

Beim ersten Oberliga-Spiel nach 40-jähriger Abstinenz ging es für den TuS auf den großen Rasenplatz im historischen Stadion von Frechen 20. Dabei war bereits im Vorfeld klar, dass die Zülpicher einige Ausfälle kompensieren mussten. Mit Nico Berekoven, Luca Ohrem, Tim Birkenheuer, Felix Faure und Maximilian Pütz fehlten gleich mehrere Spieler - insbesondere in der Offensive. Im Vergleich zur vergangenen Saison mussten damit rund 50 Tore ersetzt werden.

Der Beginn der Partie gehörte zunächst dem TuS. In der ersten Viertelstunde kam man zu drei bis vier Abschlüssen, die allerdings noch nicht die nötige Gefahr entwickelten. Auch bei Standardsituationen konnte sich der TuS immer wieder in Richtung Frechener Strafraum spielen. Die Zwanziger agierte zunächst sehr defensiv und überließ Zülpich mehr Ballbesitz, verteidigten die Standards jedoch konsequent.

Dann folgte der erste echte Angriff der Gastgeber – und direkt das 1:0. Ein langer Diagonalball über die Zülpicher Abwehr öffnete die rechte Seite. Nach einem Querpass traf der Frechener Angreifer zunächst den Pfosten. Von dort prallte der Ball unglücklich an das Schienbein von Lucas Carell und kullerte ins eigene Tor. Ein maximal unglücklicher Gegentreffer, der sinnbildlich für die Kleinigkeiten steht, die auf diesem Niveau sofort bestraft werden. In der Folge verlor Zülpich etwas die Kontrolle über das Spiel. Frechen kam besser in die Partie, während der TuS offensiv zunehmend die Durchschlagskraft vermissen ließ. Kurz vor der Halbzeit führte dann eine Unachtsamkeit auf der linken Seite zum zweiten Gegentor. Der Gastgeber konnte ungestört flanken und weil die Zuordnung zwischen Innenverteidigung und Torwart nicht stimmte, köpfte Reetz völlig frei ein. Direkt vor der Pause hatte der Kontrahent, nach einem katastrophalen Aufbaufehler, sogar die große Möglichkeit zum 3:0. Jan Beyers verhinderte mit einer starken Aktion den nächsten Gegentreffer und hielt seine Mannschaft im Spiel.

Zur 2. Halbzeit musste der TuS drei mal wechseln und stellte auf ein 3-5-2 um – und diese Umstellung zeigte sofort Wirkung. Zülpich bekam deutlich mehr Zugriff und setzte Frechen über weite Strecken unter Druck. Lucas Carell kam zweimal nach Standards zum Kopfball, verfehlte das Tor dabei nur knapp. Auch Dominik Spieß hatte nach einer Standardsituation eine gute Möglichkeit, sein Kopfball wurde jedoch geblockt. Johannes Püllen kam am Fünfmeterraum zum Abschluss, auch dieser wurde im letzten Moment geblockt. Marvin Iskra zog aus aussichtsreicher Position ab – sein Schuss ging nur rund zehn Zentimeter am Pfosten vorbei. Über einen Zeitraum von rund 20 bis 25 Minuten war vom Gastgeber offensiv kaum etwas zu sehen. Frechen verteidigte tief, während Zülpich Druck entwickelte und die Konter gut unterband. Doch dann zeigte sich erneut die brutale Effizienz der Oberliga: Mit dem ersten wirklichen Angriff der zweiten Halbzeit kam Frechen über die linke Seite zum 3:0. Damit war die Partie praktisch entschieden. Zülpich wirkte angeschlagen und verlor zunehmend den Glauben an eine mögliche Rückkehr. In der Folge lief der TuS mehrfach in gefährliche Kontersituationen. Bei einem dieser Konter kam Jan Beyers aus seinem Tor, ging zum Ball, legte aber auch den Angreifer. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. Eine ähnliche Szene auf der Gegnseite war zuvor nicht geahndet worden. Frechen nahm das Geschenk an und erhöhte auf 4:0. Beyers verhinderte anschließend mit einer weiteren starken Parade sogar noch einen fünften Gegentreffer.

Am Ende steht eine verdiente 0:4-Niederlage, die aufgrund des Spielverlaufs allerdings auch um ein Tor zu hoch ausfiel. Was bleibt? Trotz des deutlichen Ergebnisses nimmt der TuS auch positive Erkenntnisse aus Frechen mit. Man hat gezeigt, dass man auf diesem Niveau absolut mithalten kann. Gerade nach der Systemumstellung in der zweiten Halbzeit wurde deutlich, dass die Mannschaft in der Lage ist, einen gestandenen Oberligisten über längere Phasen unter Druck zu setzen. Gleichzeitig zeigte das Spiel aber auch sehr deutlich, worauf es in dieser Liga ankommt: Eigene Chancen müssen konsequenter genutzt werden. Kleine Fehler werden sofort bestraft.

Genau daran muss der TuS arbeiten. Die Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt – aber gut reicht in der Oberliga nicht mehr. Wir brauchen sehr gute Leistungen.

Nun gilt es, das Spiel aufzuarbeiten, die richtigen Schlüsse zu ziehen und in der kommenden Trainingswoche die nächsten Schritte zu machen.

TuS Zülpich | Noel Huschke