Die 1. Mannschaft ist mit einer 0:4-Auftaktniederlage in die Mittelrheinligasaison gestartet.
Beim ersten Oberliga-Spiel nach 40-jähriger Abstinenz ging es für den TuS auf den großen Rasenplatz im historischen Stadion von Frechen 20. Dabei war bereits im Vorfeld klar, dass die Zülpicher einige Ausfälle kompensieren mussten. Mit Nico Berekoven, Luca Ohrem, Tim Birkenheuer, Felix Faure und Maximilian Pütz fehlten gleich mehrere Spieler - insbesondere in der Offensive. Im Vergleich zur vergangenen Saison mussten damit rund 50 Tore ersetzt werden.
Der Beginn der Partie gehörte zunächst dem TuS. In der ersten Viertelstunde kam man zu drei bis vier Abschlüssen, die allerdings noch nicht die nötige Gefahr entwickelten. Auch bei Standardsituationen konnte sich der TuS immer wieder in Richtung Frechener Strafraum spielen. Die Zwanziger agierte zunächst sehr defensiv und überließ Zülpich mehr Ballbesitz, verteidigten die Standards jedoch konsequent.
Dann folgte der erste echte Angriff der Gastgeber – und direkt das 1:0. Ein langer Diagonalball über die Zülpicher Abwehr öffnete die rechte Seite. Nach einem Querpass traf der Frechener Angreifer zunächst den Pfosten. Von dort prallte der Ball unglücklich an das Schienbein von Lucas Carell und kullerte ins eigene Tor. Ein maximal unglücklicher Gegentreffer, der sinnbildlich für die Kleinigkeiten steht, die auf diesem Niveau sofort bestraft werden. In der Folge verlor Zülpich etwas die Kontrolle über das Spiel. Frechen kam besser in die Partie, während der TuS offensiv zunehmend die Durchschlagskraft vermissen ließ. Kurz vor der Halbzeit führte dann eine Unachtsamkeit auf der linken Seite zum zweiten Gegentor. Der Gastgeber konnte ungestört flanken und weil die Zuordnung zwischen Innenverteidigung und Torwart nicht stimmte, köpfte Reetz völlig frei ein. Direkt vor der Pause hatte der Kontrahent, nach einem katastrophalen Aufbaufehler, sogar die große Möglichkeit zum 3:0. Jan Beyers verhinderte mit einer starken Aktion den nächsten Gegentreffer und hielt seine Mannschaft im Spiel.
Zur 2. Halbzeit musste der TuS drei mal wechseln und stellte auf ein 3-5-2 um – und diese Umstellung zeigte sofort Wirkung. Zülpich bekam deutlich mehr Zugriff und setzte Frechen über weite Strecken unter Druck. Lucas Carell kam zweimal nach Standards zum Kopfball, verfehlte das Tor dabei nur knapp. Auch Dominik Spieß hatte nach einer Standardsituation eine gute Möglichkeit, sein Kopfball wurde jedoch geblockt. Johannes Püllen kam am Fünfmeterraum zum Abschluss, auch dieser wurde im letzten Moment geblockt. Marvin Iskra zog aus aussichtsreicher Position ab – sein Schuss ging nur rund zehn Zentimeter am Pfosten vorbei. Über einen Zeitraum von rund 20 bis 25 Minuten war vom Gastgeber offensiv kaum etwas zu sehen. Frechen verteidigte tief, während Zülpich Druck entwickelte und die Konter gut unterband. Doch dann zeigte sich erneut die brutale Effizienz der Oberliga: Mit dem ersten wirklichen Angriff der zweiten Halbzeit kam Frechen über die linke Seite zum 3:0. Damit war die Partie praktisch entschieden. Zülpich wirkte angeschlagen und verlor zunehmend den Glauben an eine mögliche Rückkehr. In der Folge lief der TuS mehrfach in gefährliche Kontersituationen. Bei einem dieser Konter kam Jan Beyers aus seinem Tor, ging zum Ball, legte aber auch den Angreifer. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. Eine ähnliche Szene auf der Gegnseite war zuvor nicht geahndet worden. Frechen nahm das Geschenk an und erhöhte auf 4:0. Beyers verhinderte anschließend mit einer weiteren starken Parade sogar noch einen fünften Gegentreffer.
Am Ende steht eine verdiente 0:4-Niederlage, die aufgrund des Spielverlaufs allerdings auch um ein Tor zu hoch ausfiel. Was bleibt? Trotz des deutlichen Ergebnisses nimmt der TuS auch positive Erkenntnisse aus Frechen mit. Man hat gezeigt, dass man auf diesem Niveau absolut mithalten kann. Gerade nach der Systemumstellung in der zweiten Halbzeit wurde deutlich, dass die Mannschaft in der Lage ist, einen gestandenen Oberligisten über längere Phasen unter Druck zu setzen. Gleichzeitig zeigte das Spiel aber auch sehr deutlich, worauf es in dieser Liga ankommt: Eigene Chancen müssen konsequenter genutzt werden. Kleine Fehler werden sofort bestraft.
Genau daran muss der TuS arbeiten. Die Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt – aber gut reicht in der Oberliga nicht mehr. Wir brauchen sehr gute Leistungen.
Nun gilt es, das Spiel aufzuarbeiten, die richtigen Schlüsse zu ziehen und in der kommenden Trainingswoche die nächsten Schritte zu machen.

Der TuS Zülpich steht in der nächsten Runde des Mittelrheinpokals. Gegen den tiefstehenden Kreisliga-A-Vertreter TuS Mechernich setzte sich die Mannschaft am Ende deutlich mit 0:7 durch. Dabei war vor allem die Geduld gefragt – denn trotz einer von Beginn an klaren Feldüberlegenheit dauerte es bis zur zweiten Halbzeit, ehe die Treffer fielen.
Zülpich startete gut in die Partie und kam bereits nach vier bis fünf Minuten zum ersten Abschluss, der knapp über das Tor ging. In der Folge erspielte sich die Mannschaft mehrere Standardsituationen durch Eckbälle und Einwürfe und drängte den Gegner immer weiter in die eigene Hälfte. In der 12. Minute folgte die bis dahin größte Möglichkeit: Marvin Iskra kam zum Abschluss, doch der Mechernicher Torhüter zeigte eine Parade im Stil eines Manuel Neuer und verhinderte die Führung.
Die TuS Mechernich verteidigte sehr tief im eigenen 4-5-1 und überließ Zülpich weitgehend den Ball. Dadurch hatte die Zülpicher Defensive viel Raum für den Spielaufbau, während es in der gegnerischen Hälfte aufgrund des kleinen und engen Platzes entsprechend schwierig war, Lücken zu finden. Trotzdem blieb Zülpich geduldig und kam immer wieder zu Möglichkeiten. Marvin Iskra setzte einen Kopfball knapp über das Tor, eine Kopfballverlängerung von Lucas Carrel fand keinen Abnehmer und die wohl beste Chance der ersten Halbzeit hatte Dominik Spies. Aus rund acht bis neun Metern scheiterte er am starken Gästekeeper. Der Abpraller landete bei Marvin Iskra, der aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten traf. Auf der anderen Seite hatte Mechernich bis auf einen Distanzschuss aus rund 25 bis 28 Metern kaum etwas anzubieten. Den Versuch nahm Zülpichs aktuelle Nummer vier, Justus Kriese, sicher auf. So ging es trotz deutlicher Feldüberlegenheit torlos in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel reagierte Zülpich mit drei vorbereiteten Wechseln. Gustavo Von Aschwege kam für Johannes Püllen, Noel Huschke ersetzte Yannick Frings und Tim Birkenheuer kam für Dominik Spies. Mit Wiederanpfiff zeigte sich ein anderes Bild: Zülpich agierte noch dynamischer, spielte mit mehr Geschwindigkeit und entwickelte deutlich mehr Zug zum Tor. Der Bann war schließlich gebrochen. Nach einer schönen Kombination über Huschke und Nickisch setzte sich Kevin Kochens mit einem tiefen Laufweg über die rechte Seite durch und wurde gefoult, Elfmeter. Marvin Iskra blieb cool und platzierte den Ball unten links zum 1:0. Der Treffer wirkte wie der berühmte Dosenöffner. Zülpich legte sofort nach, erspielte sich Chance um Chance und traf in den folgenden Aktionen gleich mehrfach. Noel Huschke und erneut Marvin Iskra sorgten für weitere Treffer, ehe der eingewechselte Ohrem ebenfalls zuschlug. Nach kurzer Zeit stand es bereits 4:0. Nach rund zehn Minuten Spielzeit kamen zudem Ohrem und Tobias Rick für Kevin Kochems und Marlon Große in die Partie. Zülpich blieb weiter offensiv und wollte das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben. Dabei verhinderte der Mechernicher Schlussmann mit mehreren starken Paraden noch weitere Treffer. Hinzu kamen einige unglückliche Abschlüsse und reichlich Abschlusspech: Insgesamt ließ Zülpich noch sechs bis sieben hochkarätige Möglichkeiten liegen. Dennoch wurde es am Ende deutlich. Tim Birkenheuer, Marvin Iskra und Luca Flatten schraubten das Ergebnis weiter nach oben und sorgten schließlich für den 7:0-Endstand.
Unterm Strich zeigte der TuS Zülpich einen sehr seriösen, ruhigen und sachlichen Auftritt. Die Mannschaft ließ sich auch von der ungewohnten Spielsituation und dem tiefstehenden Gegner nicht aus der Ruhe bringen. Der Respekt gilt dabei auch der TuS Mechernich, die über weite Strecken diszipliniert verteidigte. Für die kommende Saison wünschen wir dem Gegner alles Gute. Für Zülpich war die Vorgabe vor dem Spiel klar: Eine Runde weiterkommen. Nach 90 Minuten war dieses Ziel erreicht – und das mit sieben sehenswerten Toren.
Nun richtet sich der Blick nach vorne. Nach dem Pokalabend wartet das nächste große Kapitel: Nach 40 Jahren steht für den TuS Zülpich wieder ein Pflichtspiel in der Mittelrheinliga an. Einige Spieler sind aktuell angeschlagen und der ein oder andere wird in Frechen ersetzt werden müssen. Doch der Kader ist breit und gut aufgestellt. Die Pokalpflicht ist erfüllt. Jetzt gilt es, den Fokus auf die Liga zu richten.
