Im dritten Meisterschaftsspiel musste unsere 1. Mannschaft am Sonntag eine deutliche 0:5-Niederlage beim SV Lindenthal-Hohenlind hinnehmen. Nach dem überzeugenden Heimerfolg gegen Siegburg sollte die Mannschaft auch in Lindenthal mit einer kompakten Grundordnung und konsequentem Umschaltspiel auftreten. Bei schwierigen äußeren Bedingungen – der erwarteten Regenschlacht auf einem großen und rutschigen Platz – vertraute das Trainerteam auf die erste Elf der Vorwoche.
Die Anfangsphase verlief zunächst genau nach Plan. Lindenthal hatte zwar mehr Ballbesitz, aber der TuS stand kompakt und kam immer wieder zu gefährlichen Umschaltsituationen. Bereits in den ersten 30 Minuten ergaben sich mehrere sehr gute Möglichkeiten für die Gäste. Marvin Iskra setzte sich durch und umkurvte den Torhüter, seine anschließende Flanke war jedoch nicht präzise genug, um Luca Ohrem zu erreichen. Kurz darauf wurde Ohrem selbst in die Tiefe geschickt und wäre frei durch gewesen – die spätere Videoaufnahme zeigte, dass hier möglicherweise ein Foulspiel vorlag. Auch Devin Nickisch wurde nach einem Ballgewinn hervorragend in Szene gesetzt. Im anschließenden Umschaltmoment stand Ohrem frei im Fünfmeterraum, doch ein Abwehrspieler konnte im letzten Moment klären. Weitere Möglichkeiten ergaben sich nach einem Durchbruch von Luca Flatten, dessen Abschluss aus rund 16 Metern allerdings zu unplatziert war, sowie durch Marvin Iskra, der einen langen Ball erlief und den herausstürmenden Torhüter vor sich hatte. Auch hier konnte Lindenthal noch klären. Die vielleicht beste Gelegenheit hatte Johannes Püllen, dessen Kopfball nur knapp – etwa einen Meter – am Pfosten vorbeiging. Umso bitterer war der Rückstand nach rund 30 Minuten. Nach einem langen Ball wurde auf unserer rechten Abwehrseite nicht konsequent genug verteidigt. Eigentlich war die Vorgabe klar: den Gegner an der Außenlinie stellen und die Situation kontrolliert zu Ende verteidigen. Stattdessen entstand daraus ein vermeidbarer Eckball. Bei der Standardsituation fehlte dann die notwendige Zuordnung und Disziplin. Lindenthal nutzte dies aus und erzielte praktisch mit der ersten eigenen gefährlichen Situation die Führung. Der TuS ließ sich davon zunächst nicht aus dem Konzept bringen und kam auch danach noch zu weiteren Umschaltmöglichkeiten und Standardsituationen. Kurz vor der Halbzeit zeigte sich dann erneut ein Problem, das sich bereits in den vergangenen Spielen angedeutet hatte. Nach einem Lindenthaler Einwurf auf unserer rechten Seite herrschte beim TuS für einen Moment komplette Unordnung. Niemand reagierte konsequent auf den Ball, Lindenthal konnte den Einwurf unbedrängt ausführen und anschließend flanken. Zwar verteidigte der TuS die Situation im eigenen Strafraum zunächst mehrfach, doch der Ball fiel schließlich genau vor die Füße eines Lindenthaler Spielers, der zum 2:0 einschob. Damit ging es trotz einer insgesamt ordentlichen ersten Halbzeit und mehrerer guter eigener Möglichkeiten mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause.
In der zweiten Halbzeit stellte der TuS um und wollte den Gastgeber höher anlaufen und mit mehr Risiko noch einmal zurück ins Spiel kommen. Das Angriffspressing funktionierte phasenweise gut, Lindenthal wurde zu Fehlern gezwungen und der TuS konnte erneut gefährliche Situationen kreieren. Mit zunehmender Spieldauer entstanden durch die offensivere Ausrichtung allerdings auch die Räume, die man eigentlich vermeiden wollte. Nach einem Ballverlust wurde Lindenthal über unsere rechte Abwehrseite gefährlich. Ein langer Ball wurde nicht sauber verteidigt, anschließend kam der Gastgeber zum Querpass. Jan Beyers verhinderte mit einer starken Parade zunächst das 3:0 – beim Abpraller war der Schlussmann jedoch machtlos. Mit dem dritten Gegentor war das Spiel letztlich entschieden. Beim 4:0 wurde dann besonders deutlich, woran es an diesem Nachmittag fehlte: an der taktischen Disziplin. Nach einem eigenen Einwurf war niemand zur Absicherung an der Mittellinie positioniert. Ein Lindenthaler Stürmer konnte dadurch rund 50 Meter unbedrängt in Richtung Tor laufen. Die Ordnung war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden und Lindenthal nutzte den Raum konsequent zum nächsten Konter und zum 4:0. Auch das 5:0 fiel nach einem weiteren Umschaltmoment über unsere linke Seite.
Fazit: Disziplin gegen den ball ist das A und O in der Liga